Gustav Kühn

Gustav Leopold Kühn

geb.     21. September 1794 in Neuruppin
gest.    29. August 1868
war ein deutscher Buchdrucker, Verleger und Herausgeber von Bilderbogen.

Gustav Kühn wurde als Sohn des Buchdruckers Johann Bernhard Kühn (1750-1826) und dessen Frau Sabina Regina geb. Fretzdorf in Neuruppin geboren. Er studierte an der Berliner Kunstakademie, trat 1819 als Teilhaber in die Firma seines Vaters ein und übernahm diese 1822. Hier wurden bereits ab etwa 1810 Bilderbogen hergestellt. Unter Leitung von Gustav Kühn erlangten die meist handkolorierten Neuruppiner Bilderbogen weltweite Verbreitung. Sie gelten als Vorläufer der Illustrierten Zeitung. Die Auflagen erreichten mehreren Millionen Stück pro Jahr. Das von Gustav Kühn neu errichtete Druckhaus in Neuruppin ist heute Bestandteil des Einkaufszentrums Bilderbogenpassage.

Begründer der lokalen Tradition ist der Buchdrucker Johann Bernhard Kühn, der von 1750 bis 1826 in Neuruppin lebte. Seine ersten Bilderbogen, von Holzschnitten gedruckt, entstanden vor 1800. Sein Sohn Gustav KühnStahl- und Kupferstich. 1819 trat er als Teilhaber in das Unternehmen des Vaters ein und leitete es von 1822 an beinahe 40 Jahre lang. Kühn handelte kaufmännisch geschickt und hatte ein verlässliches Gespür für aktuell gefragte Motive. Er zeichnete viele seiner Bilder selbst und versah sie mit eigenen Texten und Gedichten – immer königstreu und als Verfechter von Ordnung und Moral. Schon 1825 schaffte er eine Lithografiepresse an und konnte dadurch seine Produktion deutlich steigern – die neue Technik war damals noch kaum verbreitet. Der Verlag bestand rund 120 Jahre lang. 1939, zur 700-Jahr-Feier der Stadt Neuruppin, erschien mit der Motiv-Nummer 10.337 der letzte Kühn´sche Bilderbogen. Die Auflagen waren unterschiedlich hoch. 40.000 Drucke waren nicht selten, einzelne Bogen aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges 1870/71 sollen sogar in zwei Millionen Exemplaren gedruckt worden sein. (1794-1868), ein intelligenter und zeichnerisch begabter junger Mann, absolvierte 1812/1813 in Berlin eine Fachausbildung für Holzschnitt,

Am Rand der Blätter stand zu lesen: Neu-Ruppin, zu haben bei Gustav Kühn. Mit diesem eingängigen Slogan wurde das Unternehmen in weiten Teilen Deutschlands und Nordeuropas zum Synonym für Bilderbogen schlechthin. Dabei siedelten sich bald weitere Hersteller in Neuruppin an. 1835 begann die Lithografie-Anstalt Oehmigke & Riemschneider mit der Herstellung von Bilderbogen, ein Unternehmen, das durchaus erfolgreich arbeitete und ähnlich lange existierte – erst in den 1930er Jahren erschien hier mit der Nummer 10.545 der letzte Bilderbogen. Zwischen 1855 und 1863 produzierte auch das Unternehmen F. W. Bergemann in Neuruppin etwa 1450 Bilderbogenmotive. Keine von beiden Unternehmen erreichte jedoch den Bekanntheitsgrad von Gustav Kühn.

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