< 31.03.2020 - Dialog über Mobilität der Zukunft im ländlichen Raum

03.04.2020 - Worte des Bürgermeisters an die Neuruppiner*innen


Bürgermeister Golde

Bürgermeister Golde

Liebe Neuruppinerinnen und Neuruppiner, werte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

eigentlich ist es Tradition, dass ich Ihnen zu Weihnachten und dem Jahreswechsel eine Botschaft als Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin überbringe. Aber besondere Situationen erfordern auch besondere Aktionen. Deshalb erlaube ich mir Ihnen zu den Osterfeiertagen, diese Zeilen zukommen zu lassen.

Wir befinden uns in einer schwierigen Zeit, ja in einem Ausnahmezustand, den die meisten von uns noch nie miterleben mussten.

Das Corona-Virus und seine Folgen bestimmen unser ganzes Sein und Handeln. Kaum ein Gedanke hat nicht mit der Pandemie oder den damit verbundenen Einschränkungen zu tun, die bei vielen unserer Mitmenschen Zukunftsängste auslösen: Was passiert mit uns? Wie lange dauert dieser Spuk noch? Werden wir als Gesellschaft, als Familie und als Individuum die Herausforderung meistern und sie möglichst schadlos überstehen?

Der Braunschweiger Lyriker Torsten Stelzner spricht mir in seinem Gedicht „Gute Nacht Deutschland!“ aus der Seele. Welch ein Glück, dass wir in dieser schwierigen Situation hier in Deutschland und im Jahr 2020 leben und nicht 1000 km entfernt oder vor 100 Jahren. Fontane würde mit Sicherheit ein bisschen Demut einfordern. Angesichts der Zahlen in Italien, Spanien, China sowie den USA und der rasanten Entwicklung an Infektionen und Todesfällen, könnte man geneigt sein, nach dem Motto zu verfahren: „Na so schlimm wird es bei uns schon nicht werden!“

Das mag sogar stimmen, aber wir müssen dafür etwas tun. Sie können sich sicher sein, dass ich und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und ihrer Einrichtungen alles tun werden, dass das gesellschaftliche Leben in dieser schwierigen Zeit mit all seinen radikalen Einschränkungen so problemlos wie möglich weiter geht. Unsere Anstrengungen beinhalten die Aufrechterhaltung der Infrastruktur, die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs bis hin zur notwendigen Betreuung unserer Kinder. Wir sind von der gewohnten Normalität weit entfernt. Trotzdem sind wir bemüht, unseren Aufgaben als Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger so gut wie möglich gerecht zu werden. Das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben darf nicht vollends zum Erliegen kommen. Mein besonderer Dank richtet sich natürlich in erster Linie an die vielen Menschen, die sich in besonderer Weise im Gesundheitswesen, im Handel und in der Versorgungswirtschaft für die Bevölkerung einbringen und aufopfern. Auch im Bereich der Ordnung und Sicherheit wird Hervorragendes geleistet. Aber auch Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, können Ihren Teil dazu beitragen, dass wir diese große Herausforderung bestehen. Haben Sie Vertrauen in die Vorgaben der Politik sowie Wissenschaft und halten Sie sich bitte daran!

Vermeiden Sie, wenn es auch schwer fällt, soziale Kontakte. Bleiben Sie bitte zu Hause! Vielleicht kann man die bevorstehenden Ostertage zu Hause und im engsten Familienkreis dazu nutzen, wieder näher zusammenzurücken. All denjenigen, die leider allein sind, möchte ich besonders Mut zusprechen, dass die schlimme Zeit hoffentlich bald überstanden ist. Kommunizieren Sie mit ihren Liebsten per Telefon, Skype oder sogar einem Brief.

Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam nach und nach wieder zur Normalität zurückkehren werden. Vielleicht lernen wir ja auch etwas für die Zukunft daraus, zum Beispiel beim Umgang miteinander und mit unserer Umwelt.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Jens-Peter Golde

Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin