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13.07.2020 – Kooperationsvertrag zum Fontane-Literaturpreis besiegelt


Der erste gemeinsam vergebene Fontane-Literaturpreis ging 2019 an Peggy Mädler (2.v.r.)

Der erste gemeinsam vergebene Fontane-Literaturpreis ging 2019 an Peggy Mädler (2.v.r.)

Kulturministerin Schüle und Bürgermeister Golde besiegeln Kooperationsvertrag zur weiteren gemeinsamen Vergabe der mit 40.000 Euro dotierten Auszeichnung / Nächste Preisverleihung im Jahr 2021

Der im Fontane-Jubiläumsjahr 2019 erstmalig vergebene Fontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg wird auch weiterhin gemeinsam vergeben. Was im letzten Jahr bereits als guter Vorsatz bestand, wurde nun auch schwarz auf weiß festgehalten: Der Fontane-Literaturpreis wird 2021 und darauf folgend alle zwei Jahre in der Fontanestadt Neuruppin vergeben. Ziel ist es, Autorinnen und Autoren zeitgenössischer Literatur zu fördern, die in Brandenburg wirken und bereits einen ersten literarischen Erfolg erreichen konnten. Die Auswahl der Preisträgerin bzw. des Preisträgers erfolgt durch eine unabhängige Fachjury. Der Preis wird auch künftig als Stipendium über 24 Monate bereitgestellt und ist mit 40.000 Euro dotiert. In dem auf unbestimmte Zeit geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen der Fontanestadt Neuruppin und dem Land Brandenburg heißt es dazu: „Der Fontane-Literaturpreis soll die Preisträgerin oder den Preisträger bei der Fortsetzung und Entwicklung der schriftstellerischen Wirkungskraft und ihres oder seines erfolgreichen literarischen Schaffens ohne Ausrichtung auf ein konkretes literarisches Werk oder Projekt unterstützen.“

Kulturministerin Manja Schüle: „Der Fontane-Literaturpreis trägt nicht nur den Namen eines Autors, der mit der Mark und den Märkern eng verbunden war – sondern dessen größter Wunsch es war, vom Schreiben leben zu können. Mit einem der bundesweit am höchsten dotierten Literaturpreise möchten wir genau das erreichen: Wir möchten begabten zeitgenössischen Autorinnen und Autoren mit ersten erfolgreichen Veröffentlichungen ermöglichen, sich zwei Jahre lang nur dem Schreiben zu widmen und die Literatur zum Lebensmittelpunkt zu machen. Die damit verknüpfte Lesereise als Teil des Stipendiums erinnert an Fontanes Reisen – und bietet vielleicht Inspiration für neue Werke.“

Bürgermeister Jens-Peter Golde freut sich darüber, dass die Tradition zur Vergabe des Fontane-Literaturpreises gemeinsam weitergepflegt wird: „Dank der großartigen Unterstützung durch das Land Brandenburg können wir auch zukünftig einen der begehrtesten Literaturpreise Deutschlands in der Fontanestadt verleihen und so die Bedeutung der Literatur für unsere Gesellschaft hervorheben.“

Der Fontane-Literaturpreis hat mehrere Vorgänger. Er wurde erstmals von 1913 bis 1922 vergeben, unter anderen an Annette Kolb, Leonhard Frank, Carl Sternheim und Alfred Döblin. Nach 1949 gab es zwei Fontane-Preise: Den Westberliner Preis erhielten unter anderen Hermann Kasack, Peter Huchel, Uwe Johnson, Arno Schmidt, Günter Grass, Wolf Biermann und Wolfgang Hilbig. Den Preis des DDR-Bezirks Potsdam erhielten beispielsweise Walter Kaufmann, Christa Wolf und Helga Schütz. Im Jahr 1994 wurde der FontaneLiteraturpreis von Theodor Fontanes Geburtsstadt Neuruppin neu gestiftet, seit 2010 wurde er im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Zu den Preisträgern gehören etwa Lutz Seiler, Moritz von Uslar, Christoph Ransmayr und Josef Bierbichler. Im Jahr 2019 wurde der Fontane-Literaturpreis erstmalig gemeinsam durch die Fontanestadt Neuruppin und das Land Brandenburg an die Autorin Peggy Mädler verliehen.