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19.09.2020 - Auszeichnung ehemaliges Rathaus Wichmannstraße als Denkmal des Monats


Bürgermeister Golde (rechts) und der ehemalige Bürgermeister Theel bringen die Plakette an

Bürgermeister Golde (rechts) und der ehemalige Bürgermeister Theel bringen die Plakette an

Am Samstag, 19. September 2020 fand die Auszeichnungsveranstaltung „Denkmal des Monats April 2020“ für das ehemalige Rathaus in der Wichmannstraße 18 statt. Damit wurde der im April coronabedingt entfallene Termin (in gekürzter Form) nachgeholt. Für die Fontanestadt Neuruppin ist es bereits die 15. Auszeichnung „Denkmal des Monats“.

Nach der Begrüßung durch Herrn Bürgermeister Jens-Peter Golde hielt Annett Jura, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AG Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg, die Ansprache und übergab die Denkmal-Plakette.

 

Hintergrundinformationen:

Das Gebäude wurde im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt nach dem Brand von 1787 um 1790 errichtet. Bis 1852 befand es sich zunächst im Besitz des Majors von Zieten aus Wildberg. Im Jahr 1871 erwarb der Magistrat das Gebäude und baute es zum Rathaus um. Dieses befand sich bis dahin in dem 1800-1804 errichteten Gebäude gegenüber der Pfarrkirche St. Marien auf dem Kirchplatz (jetzt Amtsgericht). Das ursprünglich zweigeschossige Gebäude Wichmannstraße 18 wurde in den Jahren 1885/1886 aufgestockt, die linke Gebäudeachse der Durchfahrt wurde überbaut und in das Gebäude integriert. Im Sinne des Zeitgeistes erfolge die Erweiterung im Stil der Neorenaissance mit einer, für Neuruppiner Verhältnisse üppig gestalteten Fassade sowie einer Schiefereindeckung und diversen Dachaufbauten. Außerdem wurden der Magistratssaal und ein großzügigeres Treppenhaus errichtet. Das Gebäude ist mit seiner markanten Fassade ein Blickpunkt in der Straße.


Im Jahr 1905 wurde das Rathaus in das Gebäude Wichmannstraße 19 hinein erweitert. Um alle Ämter der Stadtverwaltung konzentriert erreichen zu können, wurde die Stadtverwaltung im Jahr 2000 an ihren heutigen Sitz in der Karl-Liebknecht-Straße 33/34 verlegt. Das Gebäude Wichmannstraße 18 wurde nach fast 120-jähriger Nutzung als öffentliches Gebäude privatisiert und wird seitdem von diversen Dienstleistungsanbietern im Zentrum der Fontanestadt Neuruppin genutzt. Im Zeitraum von 1993 bis 1994 wurde die Gebäudehülle des Rathauses saniert. Die aufwendig gestalteten, straßenseitigen Fassadendetails wurden nach restauratorischer Befundlage wiederhergestellt. Die Sanierung der Gebäudehülle wurde mit Städtebaufördermitteln bezuschusst. Zu diesem Zeitpunkt begannen auch die umfassenden Sanierungsarbeiten zur Errichtung der Bilderbogenpassage, die als Zentrum im Zentrum konzentrierte Nahversorgungsmöglichkeiten anbietet. Die zeitgleichen Aktivitäten waren ein Impuls für die Innenstadtentwicklung. Das Gebäude ist mit seinen Nutzungsänderungen ein lebendiges Beispiel für die Stadtentwicklung in den letzten 200 Jahren. Von der öffentlichen Nutzung als Rathaus zeugt heute noch das Neuruppiner Stadtwappen über dem Haupteingang.