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11.12.2020 - “Held*innen der Pandemie“ zum Tag des Ehrenamtes ausgezeichnet


ertreter*in der Vietnamesischen Vereinigung Neuruppin, der Studierenden der MHB und der Freiwilligen Feuerwehr Neuruppin bei der (coronobedingt) etwas anderen Ehrung vor dem Rathaus

Vertreter*in der Vietnamesischen Vereinigung Neuruppin, der Studierenden der MHB und der Freiwilligen Feuerwehr Neuruppin bei der (coronobedingt) etwas anderen Ehrung vor dem Rathaus

Traditionell zeichnet die Fontanestadt Neuruppin zum Ende jeden Jahres ehrenamtlich tätige Personen aus den verschiedensten Bereichen aus. In diesem Jahr hatte Bürgermeister Jens-Peter Golde aufgerufen, die „Held*innen der Pandemie“ zu benennen. Bis Mitte Oktober gingen zahlreiche Vorschläge ein, aus denen das Auswahlgremium in diesem Jahr 22 Personen und 3 Gruppen auswählte.

Auf Grund der Corona-bedingten Einschränkungen musste die für den 12. November 2020 geplante Auszeichnungsveranstaltung, die üblicherweise im Ratssaal des Rathauses in einem feierlichen Rahmen stattfindet, abgesagt werden. Von Anfang an war aber klar, dass damit nicht die Ehrung selbst entfallen sollte; vielmehr haben wir nach einem anderen Format gesucht. Denn wir möchten ein Zeichen setzen und verdeutlichen, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement besonders in diesen Zeiten ist.

Im Ergebnis wurde entschieden, von allen ausgewählten Auszuzeichnenden die Vertreter*innen von drei ausgewählten Gruppen einzuladen, um eine Ehrung unter freiem Himmel stattfinden zu lassen. Bürgermeister Golde überreichte am 11. Dezember Auszeichnungen an Vertreter*in der Vietnamesischen Vereinigung Neuruppin, der Studierenden der MHB und der Freiwilligen Feuerwehr Neuruppin. Alle weiteren Ausgezeichneten erhielten Ihre Anerkennung mit einem persönlichen Anschreiben per Post, um jedes weitere Ansteckungsrisiko zu vermeiden.

Welche Gruppen und Einzelpersonen ausgezeichnet wurden, können Sie der folgenden Übersicht entnehmen:

Vietnamesische Gemeinschaft Neuruppin Cong Thien Hoang

Diese Gemeinschaft besteht aus 10 Personen, lebt in Neuruppin und betreibt verschiedene Geschäfte und Lokale. Durch sie wurden ca. 7.500 Gesichtsmasken in Heimarbeit genäht und an die Ruppiner Kliniken, Nachbarn, Ärzte, Supermärkte und Pflegeheime gespendet. In der schweren Zeit, in der Masken nicht im Handel erhältlich waren, hat diese Gemeinschaft einen großen Beitrag geleistet, Menschen zu helfen, ihnen ihre Arbeit zu ermöglichen und das Ansteckungsrisiko in der Bevölkerung zu minimieren.

Josephine Steinborn + Can Gero Leineweber, Studierende der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane

Mitte März 2020 wurde an der MHB unter den Studierenden ein Aufruf gestartet, wer bereit ist, bei der Bewältigung der Corona-Krise mitzuhelfen. Diesem Aufruf sind insgesamt rund 200 Studierende aus Medizin und Psychologie gefolgt. Sie haben angeboten, als freiwillige Helfer*innen einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten zu wollen. Rund 50 von ihnen haben etwa die Mitarbeiter*innen der KVBB und der Corona-Abklärungsstellen unterstützt und entlastet. Andere waren im öffentlichen Gesundheitsdienst, in Kliniken oder bei kooperierenden Lehrpraxen tätig. Stellvertretend für alle Studierenden der MHB werden Josephine Steinborn und Can Gero Leineweber als „Held*innen der Pandemie“ ausgezeichnet. Beide haben sich sowohl während der Pandemie als auch bereits zuvor in anderen Kontexten außerordentlich engagiert und vielfach gesellschaftliche Verantwortung übernommen.

Freiwillige Feuerwehr Neuruppin

Derzeit sind es 244 Frauen und Männer, die in der Feuerwehr der Fontanestadt Neuruppin an 365 Tagen rund um die Uhr für die Neuruppiner Bürgerinnen und Bürger da sind und für ihre Sicherheit sorgen. Unzähligen Menschen wurde auch in diesem Jahr bereits wieder durch die Neuruppiner Feuerwehr geholfen. Beispiele sind zurückliegende Einsätze wie beim Brand der Fressnapf-Filiale am Bütower Weg, zahlreiche durch Brandstiftung verursachte Brände in Hauseingängen, Kellern und Garagen, bei welchen oft Schlimmeres verhindert werden konnte. Durch die Einhaltung vorgegebener Hygienerichtlinien wurden Einsätze in den letzten Monaten oft erschwert. Jedoch Nächstenliebe und die Sorge um Ihre Mitmenschen halfen so manchem/r Kamerad*in über Risiken im Einsatz hinwegzusehen. Gerade in unserer heutigen, von Krisen und Problemen geplagten Zeit ist es besonders bedeutsam, in vielfältiger Form bürgerschaftliches Handeln zum Wohle unseres demokratischen und öffentlichen Gemeinwesens einzubringen und durch aktives ehrenamtliches Bürgerengagement kontinuierlich unter Beweis zu stellen.

Andrea Adam arbeitet hauptamtlich im Hospiz Wegwarte. Auf Grund der Pandemie musste die Betreuung der Tagesstätte über einen Zeitraum von 8 Wochen pausieren. Während dieser Zeit saß Frau Adam an ihrer Nähmaschine und nähte ehrenamtlich unzählige Mund-Nasen-Masken. Schutzmaterial war nur schwer zu bekommen und ohnehin in sehr begrenztem Maße vorhanden. Frau Adam schnitt ihre Bettwäsche auseinander und nähte viele Tage lang, damit der Hospizalltag nicht allzu sehr unter den Einschränkungen leidet. Im Hospiz profitierten Gäste, Besucher und Mitarbeiter vom ehrenamtlichen Engagement durch Frau Adam.

Sonja Dreske ist seit vielen Jahren ehrenamtliche Unterstützerin des Hospizes Wegwarte. Als die Betreuung der Gäste im Tageshospiz wieder aufgenommen werden konnte, unterstützte Frau Dreske in ihrer Rolle als ehrenamtliche Begleiterin im Tageshospiz Frau Adam dabei, gemeinsam mit den Tagesgästen Masken für ehrenamtliche Tätige des ambulanten Hospizdienstes herzustellen. 250 Schutzmasken haben Frau Adam und Frau Dreske mit den Tagesgästen produziert, wodurch ausreichend Material vorhanden war, um die Begleitung der Menschen in der Häuslichkeit durch den ambulanten Hospizdienst sicherzustellen.

Monika und Gerald Aussner, Evelyne Füllbier, Marina Schulz und Angelika Buhl sind seit einem Jahr ehrenamtlich im Klosterblick tätig und haben mit ihrem besonderen Einsatz ermöglicht, dass unter nicht immer einfachen Bedingungen und unter Einhaltung der Verordnung des Landes Brandenburg im Umgang mit dem Covid-19-Virus der Seniorentreff "Klosterblick" geöffnet werden konnte um den Senior*innen wieder regelmäßige Treffen zu ermöglichen. Ihnen gilt besonderer Dank für die Begleitung von Senior*innen , Organisation von Einkaufservice, Organisation von Mittagessen, Gestaltung und Pflege der anliegenden Gartenanlage und Terrasse , sowie das Ermöglichen von Veranstaltungsangeboten, Organisation im Kaffeestübchen, Desinfektion und Reinigung, Führen der Besucherlisten und die Einhaltung von Hygiene- und Lebensmittelvorschriften.

Frank Heidemann und Norbert Olczok sind seit vielen Jahren im Arbeitslosenservice "Die Brücke" tätig und unterstützen die Arbeit in der Tafel Neuruppin als Kraftfahrer, Beifahrer und Sortierer. Auch die Tafel Neuruppin war und ist in der Corona-Pandemie betroffen und zum Lockdown im März 2020 wurden alle Maßnahmen der Arbeitsgelegenheit vom Jobcenter ausgesetzt. Damit stand die Arbeit der Tafel Neuruppin auf der Kippe und Menschen, die auf das Angebot angewiesen sind, hätten nicht unterstützt werden können. Vom Gedanken der Hilfsbereitschaft und der Notwendigkeit der Arbeit getragen, erklärten sich viele ehrenamtliche Helfer bereit die Tafel Neuruppin nicht zu schließen. Schnell wurden Hygienekonzepte zur Einhaltung der Abstandsregeln entwickelt und der Ablauf der Arbeit umgestellt. Unsere Held*innen der Corona-Pandemie sind viele ehrenamtlichen Helfer, die sich in der Tafelarbeit engagieren. Stellvertretend für diese Menschen möchten wir uns bei Frank Heidemann und Norbert Olzcok für außerordentliches Engagement bedanken.

Renate Neumann, Angelika Tarun und Ilse Lisch sind Mitglieder des Vereins Jahresringe Neuruppin e. V. und haben sich in der Zeit des Lockdowns, in welchem das Haus der Begegnung in der Franz-Künstler-Straße als fester Anlaufpunkt für viele Seniorinnen und Senioren geschlossen werden musste, besonders um die anderen Mitglieder des Vereins gekümmert. Durch das Versenden von Briefen mit aufmunternden Worten, Gesichtsmasken und kleinen Süßigkeiten fühlten sich die Senior*innen mit ihren Ängsten nicht allein gelassen oder vergessen. Sie waren immer Ansprechpartner am Telefon für Sorgen und Nöte und haben somit einen großen Anteil geleistet, der Vereinsamung einzelner Menschen entgegenzuwirken.

Ivo Haase hat mit dem Projekt „50 x 100 für unsere Heimat“ rund 13.000 € Spenden durch 260 Gutscheine eingeworben, die als 50 € Gutscheine für Helfer*innen in der Corona-Pandemie in lokalen Geschäften eingelöst werden können.

Thomas Bruns und Ronny Sattlmair vom Deutschen Roten Kreuz (DRK)-Kreisverband Ostprignitz-Ruppin e. V. haben nach einem Hilferuf auf Grund der Corona-Pandemie des Roten Kreuzes in Certaldo spontan mit 1.000 € ausgeholfen. Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes haben nochmal 500 € gespendet und die Fontanestadt Neuruppin hat diesen Betrag um 1.000 € aufgestockt, so dass insgesamt 2.500 € an das Rote Kreuz der Partnerstadt Certaldo gespendet werden konnten. Somit wurde gelebte Partnerschaft in der Krise auch grenzüberschreitend bewiesen.

Jörg-Peter Reblin ist Mitglied des Bechliner Senior*innenclubs "Spätlese", Schiedsmann und Mitglied des Senior*innenbeirates der Fontanestadt Neuruppin. Er ist immer da, wenn es um Lösungen von Problemen geht. Da der Gemeinschaftsraum der Bechliner Feuerwehr bereits während der gesamten Corona-Zeit nicht von den Senior*innen genutzt werden durfte, stand keine Möglichkeit zur Verfügung, Treffen der Mitglieder dort zu organisieren. Um der Vereinsamung der fast 50 Mitglieder entgegenzuwirken, führte er regelmäßig Telefonate mit Clubmitgliedern, setzte Rundschreiben an die Frauen und Männer auf und versucht andere Möglichkeiten zu schaffen, sich in kleinen Gruppen z.B. unter freiem Himmel zu treffen. Zum Nikolaus brachte er mit seiner Frau kleine Überraschungen zu allen Mitgliedern an die Haustür, um diese zu erfreuen.

Astrid Leberti bekannt als Schauspielerin, hat einen Einkaufsservice für Risikogruppen organisiert und konnte Mitstreiter dafür gewinnen, ältere Menschen zu unterstützen, obwohl sie selbst als Schauspielerin von der Corona-Pandemie hart betroffen und ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet ist. Auch das Betreuen von Kindern, „soweit es meine Kapazität und Fähigkeiten zulassen“, hatte sie angeboten. Außerdem konnte Sie die Neuruppiner Ortsgruppe Fridays for Future motivieren, ebenfalls Unterstützung bei Lebensmitteleinkäufen und Medikamentenbesorgungen anzubieten.

Heidemarie Petruschke ist Vertreterin des Demokratischen Frauenbundes in Karwe und Mitglied im Senior*innenbeirat der Fontanestadt Neuruppin. Sie setzte sich seit Beginn der Corona-Pandemie an ihre Nähmaschine und nähte Mund- und Nasenschutzmasken. Als die dafür notwendigen Materialien nicht mehr im Handel erhältlich waren, mobilisierte sie Einwohner*innen von Karwe, ihr entsprechende Materialien, z.B. Gummikordeln, zukommen zu lassen. Schon am nächsten Morgen war ihr Briefkasten mit diesen Materialien gefüllt und sie konnte fleißig weiter nähen. Sie verteilte den so dringend benötigten Mund-Nasen-Schutz, verschickte diesen teilweise per Post und half somit vielen Menschen in der Not.

Kerstin Siedenschnur ist Vorsitzende des Fördervereins der Rosa-Luxemburg-Schule, Elternsprecherin, sachkundige Einwohnerin und Kassenwartin im Bungalowverein. Sie hat sich Anfang des Jahres eine Nähmaschine gekauft, um für ihre Familie, Schulkameraden ihrer Kinder, Omas und Opas, Nachbarn und Freunde Masken zu nähen, damit alle geschützt durch die schwere Zeit kommen. Sie unterstützt bis heute die Schüler*innen und Lehrer*innen in der Puschkin- und Rosa-Luxemburg-Schule durch ihre IT-Kenntnisse, wenn es um Homeschooling geht, gründete Gruppenchats um allen Eltern mit den Schulen und Lehrer*innen Kontakt zu ermöglichen und hat sich für die Organisation von Desinfektionsspendern in der Rosa-Luxemburg-Schule eingesetzt.

Frank Neumann ist ein hilfsbereiter, umsichtiger Nachbar der 85-jährigen Frau Vierk und kümmerte sich in der schweren Zeit nicht nur um den Rasen der alten Dame, sondern kaufte regelmäßig für sie ein und machte Besorgungen, um eine Ansteckung für diese Risikogruppe zu vermeiden.

Julia Krügel hat sich neben ihrer Arbeit als Prokuristin der PeHa GmbH für die jüngsten Mitglieder des Tierschutzvereins OPR e. V. engagiert, also für Kinder und Jugendliche, welche sich für Tierschutz interessieren und sich aktiv dafür einsetzen möchten. Sie betreut ehrenamtlich die sogenannten „Tierschutzkids“ des Tierschutzvereins OPR e. V., was in den letzten Monaten durch Einhaltung von strengen Hygieneauflagen sehr erschwert wurde. Unter Einbeziehung von Partnern aus der regionalen Wirtschaft konnten trotz der Corona-Pandemie mehrere Veranstaltungen für die „Tierschutzkids“ organisiert werden. Teilweise mussten die Veranstaltungsorte unter freien Himmel verlegt werden und bedurften jeweils besonderen Herausforderungen. Durch das kontinuierliche Engagement von Frau Krügel fühlten sich die Kinder nicht vernachlässigt und wurden weiter motiviert, sich für den Tierschutz einzusetzen.

Ramona Siebrecht ist Reinigungsfachkraft in der Grundschule Gildenhall und hat auch während der Corona-Krise nicht ihre Frohnatur, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft verloren. Sie gilt als „Energiequelle“ und gibt Kraft in vielen Situationen. Sie hilft wo sie nur kann und gibt anderen Mut. Zu den erschwerten Bedingungen der Einhaltung des Hygienekonzeptes der Schule kamen zusätzliche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sowie die Bauarbeiten im Haus, die mit großem Mehraufwand ohne „wenn und aber“ von ihr erledigt wurden. Für viele Kinder, aber auch Eltern, ist sie die gute Seele des Hauses und dort nicht mehr wegzudenken.

Wir gratulieren allen Ausgezeichneten recht herzlich und danken für das Engagement!