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14.12.2021 - Aufhebung Sanierungsgebiet „Ortszentrum Alt Ruppin“ & Verabschiedung Uwe Hasselmann


Ortsvorsteherin Heidemarie Ahlers, Uwe Hasselmann, Baudezernent Arne Krohn und Bürgermeister Nico Ruhle (v.l.n.r.) in Alt Ruppin

Ortsvorsteherin Heidemarie Ahlers, Uwe Hasselmann, Baudezernent Arne Krohn und Bürgermeister Nico Ruhle (v.l.n.r.) in Alt Ruppin

Die Geschichte Alt Ruppins

Alt Ruppin gilt als eine der ältesten Stadtanlagen in der Mark Brandenburg und wurde damals (1256) „Olden Ruppyn“ genannt. Im Gefolge des Wendenkreuzzuges 1147 kam das Grafengeschlecht der Arnsteiner ins Ruppiner Land. Sie ließen sich auf dem „Amtswerder“, Nahe der heutigen Halbinsel, eine mächtige Burg errichten. Nördlich der Burg, durch einen Wassergraben getrennt, wurde von den Arnsteinern an einer von Nordwesten heranführenden Straße im 13. Jahrhundert eine städtische Siedlung angelegt. Das später als „Altstadt“ oder „Städtchen“ bezeichnete Gebiet zwischen den beiden Rhinarmen bildet bis heute den Stadtkern entlang der heutigen Friedrich-Engels-Straße. Wichmann von Arnstein gründete im Jahr 1246 am Westufer des Ruppiner Sees ein Dominikanerkloster, in dessen Nachbarschaft sich die Stadt Neuruppin entwickelte. Im Jahr 1524 starb der letzte Graf von Arnstein. Im 30-jährigen Krieg verfiel die Burg. Die Reste der verfallenen Burg wurden 1788 für den Aufbau der durch den Brand zerstörten Stadt Neuruppin verwendet.

Die Sanierung

Dieses kulturhistorisch und baugeschichtlich wertvolle Ortszentrum sollte für die nachfolgenden Generationen gesichert werden. Mit Beschluss von 1990 begannen die ersten vorbereiteten Untersuchungen zum Sanierungsgebiet. Im Jahre 1993 wurde das Potsdamer Planungsbüro B.A.U.FORM mit der Erarbeitung eines Sanierungsrahmenplanes beauftragt. Seitdem begleitet Herr Uwe Hasselmann den Sanierungsprozess in Alt Ruppin.

1996 wurde dann die Sanierungssatzung für das Sanierungsgebiet historisches „Ortszentrum“ Alt Ruppin beschlossen (vereinfachtes Verfahren). Es folgten die sogenannten Sanierungsziele, die es zu erreichen galt. Das Sanierungsgebiet umfasst 23 ha.

Von den getätigten Gesamtausgaben (inkl. Bauherrenanteil) in Höhe von 12,2 Mio. Euro wurden 7,8 Mio. Euro von Bund, Land und Kommune finanziert. Im Bereich der öffentlichen Straßen- und Freiflächen tritt das Erreichen der formulierten Sanierungsziele besonders deutlich hervor. Auf die Gesamtfläche des Sanierungsgebietes bezogen, konnten bis zum Jahr 2014 ca. 95 % der Straßen- und Freiflächen ortstypisch und unter Erhaltung der Stadtstruktur sowie unter Berücksichtigung der Belange des Straßenverkehrs saniert werden.

1993 befanden sich über 60% der Gebäude in einem schlechten Zustand. 2015 hingegen hatten 69,3 % keine Mängel mehr zu verzeichnen. 16 Sanierungsobjekte kamen in den Genuss einer umfassenden Modernisierung und Instandsetzung (B 3.1). 11 Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden wurden als sogenannte „Hüllenförderung“ finanziell unterstützt und begleitet (B 3.2). 143 Kleinteilige Maßnahmen wurden im Sanierungszeitraum durchgeführt.

Bauform arbeitete an etlichen Konzepten, B-Plänen, Satzungen und sonstigen Planungen mit. Verschiedenste Bürger:inneninformationen wurden erarbeitet, so auch zum Schluss die Broschüre „25 Jahre Sanierung Ortszentrum Alt Ruppin". Diese Broschüre verdeutlicht sehr schön die Vorher-/ Nachher-Situation.

 

Mit der Fertigstellung der letzten Sanierungsmaßnahmen wurden die Voraussetzungen erfüllt, die zur förmlichen Aufhebung des Sanierungsgebietes in Alt Ruppin hätte führen können. Die Verwaltung hatte sich Anfang 2019 aber darauf verständigt, das Sanierungsgebiet noch in den nächsten Jahren formell aufrecht zu erhalten. Damit sollte den privaten Bauherr:innen im Sanierungsgebiet die steuerliche Sonderabsetzbarkeit ihrer Sanierungsmaßnahmen erhalten bleiben. Auch sollte die Möglichkeit, die Umsetzung der Sanierungsziele über das besondere Städtebaurecht zu steuern, weiterhin genutzt werden. Nun steht aber der Ablauf der gesetzlichen Frist bevor.

Gemäß Baugesetzbuch (BauGB) sind Sanierungssatzungen, die vor dem 01.01.2007 bekannt gemacht wurden, gemäß § 235 Abs. 4 BauGB spätestens bis zum 31.12.2021 mit den Rechtswirkungen des § 162 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 (Ablauf Sanierungsfrist) aufzuheben.

Mit Auslauf der Sanierung liegt es nun an uns, das Erreichte zu sichern und zu bewahren. Zum Ende des Jahres ist die Aufhebung des Sanierungsgebietes geplant. Die weiterhin vorliegenden Rechtsgrundlagen wie B-Pläne, Gestaltungssatzung, Werbesatzung, Erhaltungssatzung usw. bleiben dennoch bestehen und sollen bei der Sicherung der erreichten Sanierungsziele unterstützen. Auf das Erreichte können alle Neuruppiner:innen und Alt Ruppiner:innen sehr stolz sein.

 

Nach nunmehr 28 Jahren (1993 – 2021) sagen wir DANKE an den langjährigen Berater Herr Uwe Hasselmann.

Für die weiterführende Beratung zum Thema Sanierung in Alt Ruppin, speziell zu den örtlichen Bauvorschriften wie Gestaltungssatzung usw. können Sie sich wie gewohnt an Frau Martina Ribbe, Tel: 03391 355-727, im Rathaus wenden.